Intrapreneur-Index

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Der Grundgedanke des Intrapreneur–Index lässt sich in folgendem Satz kurz charakterisieren: Unternehmen wollen Mitarbeiter, die bestimmte unternehmerische Tugenden pflegen und entwickeln, bei Entscheidungen und Diskussionen mutig und fundiert ihre Ideen und Vorstellungen darlegen, aber bei Entscheidungen geschlossen und engagiert hinter dem eingeschlagenen Weg stehen und diesen mitgehen.
Diese oben beschriebene Grundhaltung lässt sich in den unterschiedlichsten Organisationen in Ansätzen beobachten. Das reizvolle an dem Intrapreneur–Index soll die Verbindung von Kreativität und Gehorsam, Eigenständigkeit und Teamgeist sein. Das grundlegend Neue am „Intrapreneur-Index“ scheint die Erhebung dieser Eigenschaften bei einem großen Teil der Belegschaft zu sein. Man bekommt so einen Gesamteindruck darüber, wie es um die „Intrapreneurship“ im Unternehmen bestellt ist.

Begriffsdefinition und Annäherung an die Thematik

Pinchot
Gifford Pinchot entwickelte 1985 das Konzept des Intrapreneuring, welches er in seinem gleichnamigen Buch beschrieb. Der Schwerpunkt liegt hier aber bei der Förderung von Intrapreneuren, dem Aufbau „intelligenter Organisationen“, der Umsetzung profitabler Ideen sowie der Strategieimplementierung. Intrapreneure sind „Träumer, die handeln“. Sie übernehmen die praktische Verantwortung für die Umsetzung von Innovation innerhalb einer Organisation. Der Intrapreneur kann Schöpfer oder Erfinder sein, aber er ist immer der Träumer, der Ideen so realisiert, dass sie Gewinn bringen.

Der EUCUSA Intrapreneurindex
In Zeiten der Industrialisierung lag der Schwerpunkt organisatorischen Denkens und Handelns eindeutig auf der Optimierung, Rationalisierung und Effektivitätssteigerung. Doch das Zeitalter der rauchenden Schlote der Industrialisierung ist vorbei und somit sind in den letzten Jahrzehnten auch neue Herausforderungen für Unternehmen und Betriebe entstanden. Nachdem sich kaum mehr Produktivitätszuwächse durch technologische Verbesserungen, oder nur mit sehr hohem Aufwand, realisieren ließen, wurde der arbeitende Mensch als Produktivitätspotential entdeckt. Es fand eine erste Umdeutung der Arbeit vom Kostenfaktor zum Vermögensstand statt. Ein effizienter, gut organisierter Betrieb ist nicht länger Garantie für das Überleben des Unternehmens. Zum Zielkriterium der „Effizienz“ ist die „Innovationsfähigkeit“ hinzugekommen. Denn die Produkte, die man 2015 verkauft existieren heute noch nicht. Sie müssen erst geschaffen werden. Doch was macht ein Unternehmen nun schnell und innovativ? Die Antwort ist so kompliziert wie einfach: Menschen.

Intrapreneuring ist ein Ansatz, der Menschen flexible und schnelle Reaktionen auf das Unvorhergesehene sowie das Schaffen von Neuem ermöglicht. Doch diese Tätigkeiten stehen außerhalb der betrieblichen Routine und sind daher nicht administrativ anzuordnen und kaum zentral zu administrieren. Der Intrapreneurindex soll dem Management von Unternehmen ein Instrument an die Hand geben, mit dem es in der Lage ist, die gegenwärtige Eignung von Strukturen und Mitarbeitern im Hinblick auf „Intrapreneuring“ zu evaluieren und gezielt zu verbessern.

Das Konzept orientiert sich zwar an dem von Giffort Pinchot 1985 entwickelten Ansatz des „Intrapreneuring“ weist diesem gegenüber aber wesentliche Unterschiede auf. Pinchots Ansatz konzentriert sich in erster Linie auf den kreativen Prozess unternehmerischen Denkens und ordnet ihm bedingungslos alles unter. Besonders eindrucksvoll wird dies in seinen „10 Geboten für Intrapreneure“. Dennoch ist der von Pinchot geprägte Begriff des „Intrapreneuring“ und damit verbunden der Begriff des „Intrapreneurs“ eine gelungene Begriffsfindung, die hier, wie auch anderenorts in der Literatur, gerne aufgegriffen wird. Ein Kerngedanke des Intrapreneuring ist die Vorstellung, dass es bestimmte unternehmerische Verhaltensmuster und Eigenschaften gibt, die innerhalb eines Unternehmens wünschenswert sind. Ein Unternehmer innerhalb eines Unternehmens.


Das Unternehmen vertraut auf die Fähigkeit seiner Mitarbeiter im Rahmen einer Selbstqualifikation und Selbstorganisation  Arbeit zu gestalten. Dennoch fühlen sich die Mitarbeiter den Unternehmenszielen verpflichtet. Aus einem gemeinsamen Können/Wollen und Dürfen entsteht eine unternehmerische Kultur. Der EUCUSA-Intrapreneur-Index setzt sich aus drei Kerndimensionen zusammen, die für eine Corporate Entrepreneurship unverzichtbar sind:

feuer Leidenschaftliche Energie
Leidenschaftliche Energie steht für die Handlungsmotivation der Mitarbeiter und die Strukturen, die es den Mitarbeitern ermöglichen, leidenschaftlich und energisch ihre Ziele zu verfolgen. Tragend ist hierbei der Gedanke, etwas wachsen, sich entwickeln zu sehen, Leistung zu erkennen. Leidenschaftliche Energie spricht auch die intrinsische Flamme an, die in Menschen brennt, und ihr Handeln „unterfeuert“. Engagement und Selbstbewusstsein sowie die Orientierung an der Umsetzung guter Ideen in die Praxis sind zwei weitere Aspekte dieser leidenschaftlichen Energie.

luft Raumgreifende Innovation
Raumgreifende Innovation meint die Fähigkeit von Menschen und Unternehmen bahnbrechend Neues zu entwickeln, den Hang, kreative Lösungen anzustreben, um Probleme zu lösen und dem Unternehmen auch in der Zukunft das Überleben zu sichern. Eine wichtige Voraussetzung für diesen innovationsfreundlichen Raum sind die Fähigkeit, die damit einhergehende Unsicherheit zu ertragen, sowie die notwendige (sowohl gedankliche als auch materielle) Mobilität und Unabhängigkeit zu ermöglichen und zu pflegen.

erde Wirksames Handeln
Das aufbauende Handeln "erdet" die Bereiche der leidenschaftlichen Energie und der raumgreifenden Innovation. Dieser Aspekt berücksichtigt die Zurverfügungstellung einer Struktur und Rationalität, die aus Träumen, Leidenschaft und Ausdauer Erfolg macht. Die Fähigkeit, enorme Risiken abzulehnen und statt dessen moderate in Kauf zu nehmen (kalkulierte Risiken), das Interesse an Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren sowie die Bereitschaft zur Planung und Organisation sind hier wesentliche Faktoren. Aber auch die Fähigkeit, realistische Ziele anzustreben und ganzheitlich Zusammenhänge wahrzunehmen, ist ebenso Bestandteil von Intrapreneurship, wie das Pflegen einer zwischenmenschlichen Kultur, die Zusammenarbeit ermöglicht und fördert.


Diese drei Kerndimensionen und ihre jeweiligen Ausprägungen werden im Rahmen einer EUCUSA Mitarbeiterbefragung sowohl im Hinblick auf die vorhandenen Strukturen, als auch auf die vorhandene Ausprägung bei den Mitarbeitern erhoben. Aus den daraus resultierenden Einzelindizes können dann gemeinsam mit dem Klienten geeignete Maßnahmen abgeleitet werden.

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