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Loyalität

Loyalität als „innere Verbundenheit“ mit einem Unternehmen ist sicherlich ein wesentlicher Schlüsselindikator im Personalmanagement – denn so bleiben die besten Mitarbeiter dem Unternehmen „treu“. Und Fluktuationskosten lassen sich deutlich senken.

Am einfachsten lässt sich eine geringe Mitarbeiterloyalität an der Fluktuationsrate ablesen. Bereits mit einer minimalen Senkung der Fluktuationsrate kann man deutliche Kostenersparnisse erzielen.
 

Fluktuation und die Summe der „wahren Kosten“
Zu den Fluktuationskosten gehören zunächst einmal all die Kosten, die direkt oder indirekt mit der Person verbunden sind, die das Unternehmen verlässt (Produktivitätsverlust von 50 bis 100%; ggf. Kosten für eine Übergangslösung; Kosten für Abfindungen; Know-how-Verlust und Verlust der Vernetzungen des scheidenden Mitarbeiters; unter Umständen negative Auswirkungen auf die Gesamtproduktivität einer Abteilung; etc.). Hinzu kommen alle Kosten im Zusammenhang mit der Stellenneubesetzung (Kosten für externe sowie interne Stellenausschreibungen; Arbeitszeit, die mit dem Verfassen von Arbeitsplatzbeschreibungen, der Sichtung von Bewerbungen oder dem Führen von Bewerbungsgesprächen verbracht wird; Verwaltungskosten; Opportunitätskosten aufgrund fehlender Zeit für die eigentlichen Aufgaben; etc.). Darüber hinaus fallen noch Einarbeitungs- und Schulungskosten an (sowohl der neuen Mitarbeiter als auch jener, die eine Schulung durchführen; Kosten für Schulungsunterlagen oder Trainings; Kosten für Einarbeitung und möglicher Auswirkungen auf die Gesamtproduktivität einer Abteilung durch anfänglich geringere Leistung oder zeitlicher Mehraufwand für Erklärungen; etc. ). Weitere Kosten können dadurch entstehen, dass mit dem Abgang eines wichtigen Mitarbeiters Kundenprojekte verzögert, storniert oder nicht mehr betreut werden (wenn z.B. der ehemalige Mitarbeiter die Kunden „mitnimmt“). Nicht zu vergessen sind auch die unmittelbaren Kosten eines neuen Arbeitsplatzes (Kosten für den Druck von Visitenkarten, Einrichten eines neuen Telefons oder PCs sowie der damit verbundenen Verwaltungskosten).
 

Wirksame Maßnahmen gegen eine hohe Fluktuation
Eine Mitarbeiterbefragung, die gut konzipiert ist, professionell durchgeführt wird und Wertschätzung vermittelt, wirkt sich positiv auf die Mitarbeiterloyalität aus. Ein Grund dafür ist offensichtlich: die Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung helfen Schwachstellen zu identifizieren und die richtigen Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. So können beispielsweise von den Mitarbeitern geäußerte Missstände bei Arbeitsmitteln oder Arbeitsbedingungen behoben werden oder man kann auf Unzufriedenheit mit dem Führungsverhalten oder mit anderen Aspekten schnell und angemessen reagieren.

Ein wichtiger Zusatzeffekt: Die Befragung selbst kann eine positive Intervention sein und hat schon per se eine loyalitätsfördernde Auswirkung auf die Belegschaft, wenn sie Wertschätzung transportiert und von der Geschäftsleitung ernstgenommen  und voll unterstützt wird. Das setzt voraus, dass ein offener und ehrlicher Dialog mit den Mitarbeitern gesucht wird.

Im besten Fall machen die Kosten einer Befragung nur einen Bruchteil des Mehraufwandes einer hohen Fluktuationsrate im Unternehmen aus. Allerdings sollte eine Befragung und in Folge die Maßnahmenumsetzung mit Überzeugung und professionell durchgeführt werden, beispielsweise mit Methoden und Prozessen des EUCUSA-Standards. Nur so kann tatsächlich ein positiver Loyalitätseffekt entstehen und es werden keine falschen Erwartungen geweckt.